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	<title>blog.denker.net &#187; Moral</title>
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	<description>Procrastination for Weisenheimers</description>
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		<title>Der ganzen Christenheit reicher Gnadensegen</title>
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		<pubDate>Thu, 11 Mar 2010 08:21:45 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Phaidros</dc:creator>
				<category><![CDATA[Geschichte]]></category>
		<category><![CDATA[Religion]]></category>
		<category><![CDATA[Christen]]></category>
		<category><![CDATA[Katholizismus]]></category>
		<category><![CDATA[Moral]]></category>

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		<description><![CDATA[In den ersten März-Tagen des Jahres 1933, also vor 77  [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>In den ersten März-Tagen des Jahres 1933, also vor 77 Jahren, erlebte die Republik Österreich eine <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Selbstausschaltung_des_Parlaments" target="_blank">Parlamentskrise</a>, die die Regierung unter dem Kanzler <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Engelbert_Dollfu%C3%9F" target="_blank">Engelbert Dollfuß</a> zur Beseitigung der Demokratie und zur Installation eines am faschistischen Italien orientierten <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/St%C3%A4ndestaat_%28%C3%96sterreich%29" target="_blank">Ständestaates</a> nutzte (<a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Austrofaschismus" target="_blank">Austrofaschismus</a>). Mit der Mai-Verfassung vom 1. Mai 1933, die nicht rechtmäßig zustande kam, wurden schließlich demokratische Elemente weitgehend beseitigt.</p>
<p>Während aber bei der etwa zeitgleichen Installation des deutschen Faschismus die katholische Kirche keine große Rolle spielte, sah dies im katholischen Österreich anders aus. So heißt es im Weihnachtsbrief der österreichischen Bischöfe von 1933:</p>
<blockquote><p>Das Jahr 1933 hat der ganzen Christenheit reichen Gnadensegen, unserem Vaterland Österreich überdies viele Freuden gebracht […]. Sie (die Regierung, Anm.) kann schon jetzt auf eine Reihe von segensreichen Taten hinweisen, die das wahre Wohl sichern und fördern[.] [zit. nach Wolfgang Huber <em>Die Gegenreformation 1933/34</em> in <em>Neuhäuser</em>, 2004, S. 47], hier zit. nach [<a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Austrofaschismus" target="_blank">1</a>]</p></blockquote>
<p>Der Katholikentag im Oktober 1933 flankierte den katholischen Jubel mit dem Motto &#8220;Niemals zurück&#8221; und am 16. August 1933 schl0ß Österreich mit dem heiligen Stuhl ein Konkordat, das unter anderem den Austritt aus der Kirche erschwerte, indem es den Austrittswilligen eine Prüfung des &#8220;Geistes- und Gemütszustands&#8221; auferlegt.</p>
<p>Und sogar der Piux XI., der ebenso wie sein Nachfolger Pius XII. durch Schweigen zum Nationalsozialismus aufgefallen ist, erteilte Dollfuß den apostolischen Segen. Schon im Oktober 1933 nannte genannter Pius XI. die Diktaturregierung Dollfußens eine von:<em> &#8220;</em><em>vornehmen Männern, die Österreich in dieser Zeit, in diesen Tagen regieren, die Österreich so gut, so entschieden, so christlich regieren&#8221;</em> [Ebd.] Zwar ist richtig, dass sich Puis XI. mit der Enzyklika &#8220;Mit brennender Sorge&#8221; 1937 vom deutschen Faschismus distanzierte, aber angesichts seiner ebenso brennenden Zustimmung für den Austrofaschismus lässt sich wohl nur feststellen, dass die &#8220;brennende&#8221; Sorge weniger dem Faschismus, als vielmehr dem Verhältnis der jeweiligen Faschisten zu seiner Kirche galt.</p>
<p>Die Pontifikate kamen und gingen über die Jahrhunderte, aber dieses ist eine der wenigen historischen Konstanten, die insbesondere auf die katholische Kirche zutreffen: <em>Egal was für ein Schwein der Andere ist, solange er Deine Macht hofiert und Dir den Arsch leckt, ist er Dein Freund.</em> &#8211; Nicht auszudenken, wenn der Stalinismus ein klerikales Regime gewesen wäre! &#8211; Wie dem auch sei: Für einen Historiker ist diese Diagnose trivial und wenig überraschend, dem kirchenkritischen Beobachter zeigt sich nur wieder einmal, wie wenig Platz für Moral in der katholischen Kirche ist: <em>Wäre das Christentum, von einigen wenigen Irren einmal abgesehen, wirklich aus moralisch integeren Menschen, hätte die christliche Lehre tatsächlich irgendeinen moralisch-ethischen Gehalt, wäre die Geschichte vielleicht nicht im Großen und Ganzen, aber doch in unzähligen Nebenschauplätzen anders verlaufen.</em></p>
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		<title>Food is the New Sex &#8211; Naschen am konservativen Kochtopf</title>
		<link>http://blog.denker.net/2010/01/18/food-is-the-new-sex-naschen-am-konservativen-kochtopf/</link>
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		<pubDate>Mon, 18 Jan 2010 10:04:30 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Phaidros</dc:creator>
				<category><![CDATA[Philosophie]]></category>
		<category><![CDATA[christlich-konservativer Backlash]]></category>
		<category><![CDATA[Moral]]></category>

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		<description><![CDATA[Kehren die moralischen Regeln, die in der sexuellen Rev [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Kehren die moralischen Regeln, die in der sexuellen Revolution mit Recht untergegangen sind, in einem neuen Kleid, nämlich bezogen auf die Ernährung, wieder? Zur Untermauerung dieser These lässt sich viel anführen. Wie es aber nicht geht, zeigt uns Mary Eberstadt in ihrem Essay &#8220;<a href="http://www.hoover.org/publications/policyreview/38245724.html" target="_blank">Is Food the New Sex?</a>&#8221; [in: Policy Review 153 (2009)]:</p>
<p>Eberstadt verbindet in einer historischen Entwicklung die Verhaltensregeln, die die Sexualität reglementiert haben, mit denen, die heute die Ernährung reglementieren. Sie konstruiert dazu zwei typische Fallbeispiele einer Frau aus den 1950er Jahren, die sich nur zu kümmern gehabt hätte, dass das Essen auf den Tisch kommt und deren Sexualität ansonsten auf die monogame heterosexuelle Ehe beschränkt gewesen sei und als zweites Beispiel das einer Frau aus der heutigen Zeit, die Sexuell viel freier wäre, während sie gleichzeitig eine große Zahl von Ernährungsregeln kenne und befolge. Diese Regeln umkreisen die Themen der Gesundheit, d.h. welches Essen in welcher Menge ist als gesund anzusehen und des Umweltschutzes, also welches Nahrung man zu sich nehmen darf, ohne die Umwelt zu schädigen. Beide Fallbeispiele sind trotz ihrer Überzeichnung plausibel.</p>
<p>Gleichwohl versäumt die Autorin es, einen theoretischen Unterbau für ihre Thesen zu liefern. Zwar macht sie einige technikhistorische Andeutungen, dass es der westlichen Zivilisation erstmalig in der Geschichte möglich sei, praktisch allen Mitgliedern der Gesellschaft Nahrung in guter Qualität und in beliebiger Menge zu liefern und dass es erstmalig möglich sei, die Folgen von Sexualität (Krankheiten, Schwangerschaften) durch Kondome und Verhütungsmittel zu kontrollieren, doch bleibt sie dabei in der puren Diagnose stecken und liefert keine Zusammenhänge aus, wieso die Verfügbarkeit von Nahrung und Sex zur Herausbildung einer neuen normativen Ordnung führen solle.</p>
<p>Stattdessen postuliert die Autorin einen Sinn der Moral darin, dass sich Gesellschaften mit ihr gegen ihre eigene Zerstörung schützen wollten. Sie erweist dies jedoch weder theoretisch, noch materiell, sodass sie auch eine Antwort schuldig bleibt, woher Gesellschaft bitte wissen sollen, was sie zerstört. Vielmehr führt sie den Aufstieg der Ernährungsmoral auf eine überzogene(!) sexuelle Revolution zurück, gegen die sich viele nicht wehren könnten und daher zur Formulierung moralischer Vorstellungen gezwungenermaßen auf die Ernährung auswichen. Sie versucht so offenbar, die Vertreter einer wie auch immer gearteten Ernährungsmoral für eine Kritik an der Liberalisierung der Sexualmoral einzunehmen. Dass sie sich dabei jeder theoretischen Überlegung zur Moral und Ethik überhaupt enthält, wird eher dem Risiko, die eigene Position bloßzustellen, als theoretischen Problemen selbst geschuldet sein. Eine ernsthafte Auseinandersetzung mit dem Phänomen eines &#8220;moral shift&#8221; hätte zumindest über einen kurzen Ausflug zu Kant hinaus gehend auch auf Foucault einzugehen gehabt.</p>
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		<title>Arschfick schützt vor Dummheit nicht</title>
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		<pubDate>Wed, 19 Aug 2009 10:29:02 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Phaidros</dc:creator>
				<category><![CDATA[Gayromeo]]></category>
		<category><![CDATA[Homosexualität]]></category>
		<category><![CDATA[Krudes]]></category>
		<category><![CDATA[Piratenpartei]]></category>
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		<description><![CDATA[Ich habe gerade jemanden aus Kassel bei Gayromeo, der m [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ich habe gerade jemanden aus Kassel bei Gayromeo, der mit seinem Vorschaubild die Spaßpartei von Horst Schlämmer unterstützt, angesprochen. Ich dokumentiere den Chat-Verlauf:</p>
<blockquote><p>1. Phaidros  19. Aug. 2009 &#8211; 11:46<br />
Werd lieber Pirat <img src='http://blog.denker.net/wp-includes/images/smilies/icon_wink.gif' alt=';)' class='wp-smiley' /> </p></blockquote>
<blockquote><p>2. XXX 19. Aug. 2009 &#8211; 11:55<br />
oha&#8230; das würde ja gar nicht gehen&#8230; eine partei, die einen ehemaligen bundestagsabgeordneten aufnimmt, der im verdacht steht, kinderpornographie besesen zu haben, kann ich nicht mit gutem willen unterstützen. auch wenn herr tauss angibt, diese als &#8220;recherchegrundlage&#8221; besessen zu haben&#8230; sorry, das klingt für mich absolut nicht glaubwürdig</p></blockquote>
<blockquote><p>3. Phaidros 19. Aug. 2009 &#8211; 12:01<br />
also noch ist Herr Tauss im Bundestag <img src='http://blog.denker.net/wp-includes/images/smilies/icon_wink.gif' alt=';)' class='wp-smiley' /><br />
Es gilt die Unschuldvermutung. Jemand ist erst dann schuldig, wenn seine Schuld bewiesen ist. Ich finde es gut, dass die Piratenpartei dieses Rechtsstaatsprinzip ernst nimmt.<br />
Aber Du hast recht. Wenn Du auf Vorverurteilung stehst, dann wählst Du besser die CDU <img src='http://blog.denker.net/wp-includes/images/smilies/icon_wink.gif' alt=';)' class='wp-smiley' /> </p></blockquote>
<blockquote><p>
4. XXX 19. Aug. 2009 &#8211; 12:09<br />
das is leider immer das gleiche, was ich in dem zusammenhang höre: es gilt die unschuldsvermutung&#8230;. is das für alles ein argument?</p></blockquote>
<blockquote><p>
5. Phaidros 19. Aug. 2009 &#8211; 12:12<br />
Nö. Aber dafür schon.</p>
<p>Du kannst Dich entscheiden: Gilt die Unschuldsvermutung für alle Menschen oder nicht für alle?</p></blockquote>
<blockquote><p>
6. XXX 19. Aug. 2009 &#8211; 12:19<br />
leider ja</p></blockquote>
<blockquote><p>
7. Phaidros 19. Aug. 2009 &#8211; 12:19<br />
Schlimm, dass man nicht einfach foltern darf, oder?</p></blockquote>
<blockquote><p>
8. XXX 19. Aug. 2009 &#8211; 12:22<br />
foltern NACH einer bewiesenen tat halte ich in den meisten fällen für angemessen</p></blockquote>
<blockquote><p>
9. Phaidros 19. Aug. 2009 &#8211; 12:25<br />
Danke, den Chat blogge ich mal <img src='http://blog.denker.net/wp-includes/images/smilies/icon_wink.gif' alt=';)' class='wp-smiley' /> </p></blockquote>
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		<title>Verhaltenskodex für Zensursula</title>
		<link>http://blog.denker.net/2009/07/23/verhaltenskodex-fur-zensursula/</link>
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		<pubDate>Thu, 23 Jul 2009 07:35:08 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Phaidros</dc:creator>
				<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Moral]]></category>
		<category><![CDATA[Zensur]]></category>

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		<description><![CDATA[Zensursula fordert einen Verhaltenskodex für das Inter [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Zensursula fordert einen <a href="http://www.rp-online.de/public/article/politik/deutschland/735619/Von-der-Leyen-Verhaltenskodex-fuer-soziale-Netzwerke.html" target="_blank">Verhaltenskodex für das Internet</a>. Nun, nichts leichter als das:</p>
<ol>
<li>Du sollst die <a href="http://tools.ietf.org/html/rfc1855" target="_blank">Netiquette</a> lesen.</li>
<li>Du sollst <a href="http://netzpolitik.org/2009/die-dreizehn-luegen-der-zensursula/" target="_blank">nicht lügen</a>.</li>
<li>Du sollst <a href="http://www.politiker-stopp.de/" target="_blank">nicht ausdrucken</a>.</li>
<li>Du sollst keine <a href="http://www.mediengestalter.cc/2009/06/17/allgemein/zensursula-aus-designersicht/" target="_blank">Symbolpolitik</a> machen.</li>
<li>Du sollst <a href="http://www.spiegel.de/netzwelt/web/0,1518,606105,00.html" target="_blank">Experten</a> <a href="http://www.eurogamer.de/articles/juristen-haben-verfassungsrechtliche-zweifel-am-kinderporno-web-filter" target="_blank">ernst</a> nehmen.</li>
<li>Du sollst Dich <a href="http://www.heise.de/tp/r4/artikel/30/30524/1.html" target="_blank">informieren</a>, bevor Du <a href="http://www.heise.de/ct/Familienministerium-haelt-an-Zahlen-zur-Verbreitung-von-Kinderpornographie-fest--/news/meldung/141676" target="_blank">sprichst</a>.</li>
<li>Du sollst keine <a href="http://www.sputnik.de/aktuell/ursula-von-der-leyen-im-direktinterview" target="_blank">Inder</a> <a href="http://netzpolitik.org/2009/von-der-leyen-und-indien-antwort-der-botschaft/" target="_blank">beleidigen</a>.</li>
<li>Du sollst Kindesmissbrauch <a href="http://mogis.wordpress.com/" target="_blank">nicht missbrauchen</a>.</li>
<li>Du sollst <a href="http://verlorenegeneration.de/2009/06/20/zensur-infrastruktur-fallbeispiel-iran/" target="_blank">nicht zensieren</a>.</li>
<li>Du sollst <a href="http://www.zeit.de/online/2009/26/leyen-heine-netzsperren?page=all" target="_blank">Bürger</a> ernst nehmen.</li>
<li>Du sollst <a href="http://www.carechild.de/news/politik/internetzensur_carechild_versuch_blamiert_deutsche_politiker_566_1.html" target="_blank">vor Deiner eigenen Haustür kehren</a>.</li>
<li>Du sollst <a href="http://www.heise.de/tp/r4/artikel/30/30290/1.html" target="_blank">nicht so tun, als wärst Du nett</a>.</li>
<li>Du sollst <a href="http://www3.ndr.de/sendungen/zapp/media/zapp3290.html" target="_blank">Deine Familie nicht für PR missbrauchen</a>.</li>
<li>Du sollst nicht versuchen, <a href="http://www.reticon.de/nachrichten/wo-bitte-gehts-hier-zu-gott-kinderbuch-auf-den-index_2070.html" target="_blank">Meinungen zu unterdrücken</a>.</li>
<li>Du sollst nicht so tun, als <a href="http://www.heise.de/newsticker/Internetsperren-und-Filter-erneut-auf-der-Bruesseler-Agenda--/meldung/122423" target="_blank">wüssten</a> <a href="http://www.heise.de/tp/r4/artikel/30/30782/1.html" target="_blank">wir</a> <a href="http://www.shortnews.de/start.cfm?id=774831" target="_blank">nicht</a> <a href="http://www.unwatched.org/node/1309" target="_blank">genau</a>, <a href="http://www.3sat.de/dynamic/sitegen/bin/sitegen.php?tab=2&amp;source=/kulturzeit/specials/95594/index.html" target="_blank">wo</a> <a href="http://www.heise.de/newsticker/CDU-Politiker-prueft-Websperren-fuer-Gewaltspiele-ernsthaft--/meldung/140763" target="_blank">die</a> <a href="http://www.tagesschau.de/wirtschaft/meldung205232.html" target="_blank">Reise</a> <a href="http://www.sueddeutsche.de/computer/40/469595/text/" target="_blank">hingeht</a>.</li>
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		<title>Implikationen christlicher Todesideologie</title>
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		<pubDate>Tue, 26 May 2009 23:39:24 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Phaidros</dc:creator>
				<category><![CDATA[Philosophie]]></category>
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		<description><![CDATA[Ich wundere mich, dass mir nicht früher die bizarren I [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ich wundere mich, dass mir nicht früher die bizarren Implikationen christlicher Todesideologie klar geworden sind. Eigentlich ist es es doch mehr als deutlich, was es bedeutet, davon auszugehen, ein Gott richte über jemanden nach dessen Tod, wäge dessen Leben ab und entscheide, ob er zum ewigen Leben gelange oder nicht. Die Seele selbst sei dabei unsterblich und so sehen sich wenigstens alle Gerechten am Ende der Welt zur rechten Gottes wieder und erfreuen sich an den Leiden der Verdammten.</p>
<p>Was wie  ein spleeniger Aberglaube daherkommt und von einigen naiven Neunmalklugen gerade noch als Phantasie zur Tröstung und zur Bewältigung von Todesangst daherkommt, erscheint mir nun, da ich eher aus Unachtsamkeit, denn aus ernsten Interesse auf diese christliche Todesideologie zurückgekommen bin, mit einem politischen Subtext, der zu nichts weniger als zur Rechtfertigung des Mordes geeignet ist:</p>
<p>Da der Mörder im Namen Jesu stets nur den Körper des Opfers auf unterschiedlich grausame Weise töten kann, seine Seele davon aber nach christlicher Lehre unsterblich, also unberührt bleibt, sodass nur Gott sich dieser Seele, was immer das nun genau sei, annehmen kann, ist das Risiko, einen unschuldigen Menschen zu töten oder einen religiösen Mord zu begehen, kein sonderlich großer Skandal mehr. Da Gott nämlich über die Seele das letzte Wort hat und die Erde sowieso ein Jammertal ist, beschleunigt man allenfalls den göttlichen Plan, was gewiss keine außerordentlich große Sünde ist. Aber nicht nur zur unmittelbaren Mordesrechtfertigung, die, zugegeben, schon etwas Akrobatik im Schädel erfordert, sondern auch bei der Rechtfertigung von Tötungen lässt sich die Tröstung der Todesangst ausschlachten.</p>
<p>Da nämlich Brüder im Glauben Menschen töten, ist man als Christ vielleicht geneigt, ein bisschen empört zu sein, aber es besteht kein sonderlich großer Handlungsbedarf: Sicher, der Tod mag unangenehm und ungerechtfertigt sein. Aber man muss sicher auch sehen, wie schwer es ist, dass Religion sich überhaupt einmal weiterentwickelt und also froh sein, dass nicht mehr ganz so viele Menschen wie früher getötet werden. Man kann dann den einen, oder den anderen Protestbrief schreiben und hoffen, dass der Vatikan sich in 300-400 Jahren vielleicht für ergangenes Unrecht entschuldigt. Dass sich die moralische Entrüstung unserer Menschenfreunde, trotz aller kritischen Anmerkungen, etwa bei Hexenprozessen in Grenzen hielt, ist hierfür ein trefflicher Beweis.</p>
<p>Der Tod ist nichts besonderes im Christentum, ist nicht sonderlich zu fürchten. Im Vertrauen auf Gott kann man ruhig sterben und in das neue, ewige Leben gehen (sofern man natürlich brav alle Dogmen geglaubt und alle Regeln eingehalten hat). Der Tod ist eine relativ unbedeutende Etappe.</p>
<p>Vielleicht ist dies der Grund, warum die Christen in den USA so vehement für die Todesstrafe sind?</p>
<p>Wer den Tod für ein verhältnismäßig harmloses Ereignis hält, ist nur noch beschränkt zur moralischen Entrüstung über den Tod in der Lage. Das Tötungsverbot reduziert sich auf einen Ungehorsam gegenüber Gott, dem man das Recht auf die Herrschaft über Leben und Tod bestritten hat. Aus Mord wird Insubordination und Verletzung der Herrschaft eines anderen. Der leibeigenschaftliche Subtext ist gewiss kein Zufall. Wer sich oder einen anderen tötet, begeht keine Sünde, weil er jemanden tötet, sondern weil er  sich die Rolle Gottes anmaßt. Nur Gott ist der Herr über Leben und Tod.</p>
<p>Geschickt, wer den Willen Gottes kennt und behände die göttlichen Tötungsabsichten, die dieser gewiss nur aus ökonomischen oder pflegmatischen Gründen nicht selbst vollzieht, plant und anderen aufträgt. Die mörderische Arbeitsteilung zwischen Kirche und Henker ist bekannt und historisch verbürgt.</p>
<p>In diesem Feld ist es unmöglich, ein Argument gegen den Mord zu finden. Schlimmer noch: Es lassen sich Argumente <em>für</em> den Mord finden. Das Christentum ist, solange es an ein Leben nach dem Tod glaubt, zu einer Ethik, die den Mord wahrhaft und konsequent ausschließt, nicht in der Lage.</p>
<p>Die Ethik aber, die wenigstens potentiell den Mord ausschließt (hierzu ist noch etwas mehr erforderlich), muss das Leben nach dem Tod verneinen. Sie muss das Leben vor dem Tod wertvoll machen, sie muss das Leben radikal bejahen, den Tod radikal verneinen. Sie muss das Leben in einem ganz materialistischen Sinne lieben können. Kurz: Eine solche Ethik muss die Tatsache akzeptieren können, dass unsere Existenz mit unserem Tod gänzlich endet und danach nichts mehr ist als die völlige Negation der Existenz. Nur eine Ethik, die angesichts dieses Endes leben <em>und</em> sterben kann, kann überhaupt eine sein, die ein Argument gegen den Mord gestattet. Ob sie dies dann leistet, ist freilich eine andere Frage.</p>
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		<title>Die Wahrheit über die Nächstenliebe</title>
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		<pubDate>Wed, 20 May 2009 14:21:42 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Phaidros</dc:creator>
				<category><![CDATA[Religion]]></category>
		<category><![CDATA[Christen]]></category>
		<category><![CDATA[Gott & Co.]]></category>
		<category><![CDATA[Katholizismus]]></category>
		<category><![CDATA[Moral]]></category>
		<category><![CDATA[Vernunft]]></category>

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		<description><![CDATA[Stefan fragte mich kürzlich, als ich mich wieder in ei [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Stefan fragte mich kürzlich, als ich mich wieder in eine kleine antireligiöse Rede hineingesponnen hatte, was denn von der christlichen Nächstenliebe zu halten sei und wie ich zu ihr stünde. Da die Nächstenliebe ja das vordergründig größte Pfand ist, mit dem die Religiösen sich öffentlich verkaufen, dokumentiere ich meine Rede hier aus dem Gedächtnis, führe sie aber zugleich weiter aus:</p>
<blockquote><p>Nächstenliebe ist eine große Lüge. Der eigentliche Hintergrund der Nächstenliebe ist unethisch, menschenverachtend und ekelhaft: Zum ersten geht es den Christen nicht um eine wahrhaftige Aufopferung für den Anderen, wie sie so gerne behaupten, sondern sie versuchen damit, sich ein gewisses Anrecht auf die Erlösung zu erkaufen. <em>Was Du dem geringsten meiner Brüder getan, hast Du mir getan</em>, spricht ihr Herr und wer sollte da nicht Nächstenliebe zeigen? Schließlich ist er nicht nur der Herr über Leben und Tod, sondern am Ende der Zeit bestimmt er auch gleich noch, wer in den Himmel darf &#8211; wer wollte sich da nicht gut stellen? Das Argument ließe sich ausbauen, aber klar ist: Dieser Grund der Nächstenliebe ist blanker Egoismus. Es steckt keine Vernunft und keine Liebe darin, sondern nichts weiter als metaphysische Klugheit und ein Ablasshandel, nämlich alter Wein in neuen Schläuchen. Bezahlt wird nicht in Talern, sondern in Lebenszeit. Für das biologische Zeitalter ist das nur konsequent: Der Christ bezahlt sein Anrecht auf die Erlösung mit Lebenszeit, die ihm sein Herr nach dem Ende der Zeit doppelt vergelten soll. <em>Wäre ich ein metaphysisch-transzendentes Wesen jenseits von Raum und Zeit, ich würde diese Speichellecker in die Hölle stürzen und mich ärgern, dass die wirklich gedacht haben, ich wäre so leicht zu bestechen. Welch widerwärtige Anmaßung, einen Gott durch Taten kaufen zu wollen!<br />
</em></p>
<p>Zum Zweiten sieht man die ganze Verlogenheit der sog. christlichen Nächstenliebe, wenn man das Objekt ihrer Liebe betrachtet: Es sind die Armen, die Sünder, die Kranken &#8211; gehen wir diese einzeln durch: Es ist ja so schön, Almosen zu geben, bei der die linke Hand nicht weiß, was die rechte tut. <em>Dein Almosen soll verborgen bleiben, und dein Vater, der auch das Verborgene sieht, wird es dir vergelten.</em> Wieder nichts als blanker Egoismus, aber hier kommt hinzu, dass man Almosen nicht geben kann, wenn es keine Armen gibt. Die christliche Nächstenliebe ist auf das Vorhandensein von armen Menschen angewiesen und so erklärt sich auch, warum es heute christlich ist, &#8220;mehr Netto vom Brutto für alle&#8221; zu fordern. Da arme Menschen gar keine Steuern zahlen, sollen die wohlhabenderen Menschen entlastet werden, damit diese nur noch inniger Almosen geben können. Für Entwicklungsländer gilt dies mutatis mutandis nicht minder. So ist das Christentum längst in der Sozialtechnik angekommen: Man braucht die Armen für seinen eigenen Anteil am Schatz Christi. &#8211; Wer mir nicht glaubt, dem sei die Verwendung von Google empfohlen: Die christlich motivierten Steuersenkungsreden liegen massenhaft verteilt, aber leider nur selten knackig, herum.</p>
<p>Die Sünder lieben die Christen sowieso, genau wie ihr Vater. Sie hassen aber die Sünde. Es ist brillant, zwischen dem Sünder und der Sünde zu trennen, erlaubt es doch eine perfide Vielzahl von Ausdrücken der Nächstenliebe:</p>
<p><object width="425" height="344" data="http://www.youtube.com/v/dEQuW2v6U2o&amp;hl=de&amp;fs=1" type="application/x-shockwave-flash"><param name="allowFullScreen" value="true" /><param name="allowscriptaccess" value="always" /><param name="src" value="http://www.youtube.com/v/dEQuW2v6U2o&amp;hl=de&amp;fs=1" /><param name="allowfullscreen" value="true" /></object></p>
<p>Diese Form der Nächstenliebe versteckt also die ganze Palette psychischer Gewalt unter sich, die schizophrene Erkrankungen geradezu züchtet (<a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Doppelbindungstheorie" target="_blank">Doppelbindungstheorie</a>): Wer von einflussreichen Menschen aus Familie, Sekte oder gar einem vermeintlichen <a href="http://www.wuestenstrom.de/" target="_blank">Therapeuten</a> ständig paradoxe Botschaften empfängt, braucht sich über Probleme, Selbstmordgedanken und somatische Störungen nicht zu wundern. Sie sind die Frucht der christlichen Nächstenliebe: <em>Jeder gute Baum bringt gute Früchte hervor, ein schlechter Baum aber schlechte.</em> &#8211; Dieser Satz ist mehr als eine unbeholfene Anspielung auf ihre &#8220;frohe&#8221; Botschaft, sondern zeigt die ganze Perversion, die darin liegt, die Sünde zu hassen und den Sünder zu lieben: Was entscheidet denn, ob ein Baum gut oder schlecht ist? Na, die Früchte! Und wer entscheidet, ob die Früchte gut oder schlecht sind? Na, die Christen, wer denn bitte sonst: <em>sie</em> werden sie <em>erkennen</em>. In dieser peccatischen Erkenntnistheorie ist die wissenschaftliche Disziplin und die vernünftige Gewaltenteilung noch nicht angekommen. Der Christ hat die Definitionsmacht über die Sünde, die Sünde bestimmt den Sünder, sagt der Christ. Er liebe diesen, hasse jene und kann sich so seinen Nächstenliebe genannten Menschenhass als psychische Gewalt jahrelang voronanieren, bis das Opfer endlich die Todsünde der Selbstentleibung vollzieht und damit nur die eigene Sündhaftigkeit dokumentiert. Dass es erst durch den Christen in diese Lage gebracht wurde, interessiert ihren Herrn nicht, sagen sie und wir haben keinen Grund, warum wir von ihrem Gott besser denken sollten.</p>
<p>Wo wir schon bei christlicher Schizophrenie sind: Die Kranken sind das wichtigste und zentralste Moment der christlichen Nächstenliebe. Gewiss, als noch die Lepra ein Problem war, konnte man die Betroffenen isolieren, mit ihnen in einem leprösen Sexlager leben und sie so aufrichtig nächstlieben und missionieren, dass nichts mehr von deren Lebensqualität übrig blieb. Oh Amen, ich sage Euch: Diese Christen haben die Verzweiflung der Kranken für ihr eigenes Seelenheil ausgenutzt. Nichts war daran eine Aufopferung für den anderen und es nimmt Wunder, dass dieser christliche Liebesporno nicht zu einer religiösen Priapismusepidemie geführt hat. &#8211; Und in absolut gar nichts unterscheidet sich der christliche Liebeseifer heute in Afrika, wo es gilt, dem AIDS-Kranken den Angst- und Todesschweiss von der Stirn zu tupfen: Das ist die wahre Erklärung für die bizarre Kondomfeindschaft Ratzingers. Die Christen brauchen die Epidemie, sie sind die wahnwitzigen <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Co-Abh%C3%A4ngigkeit" target="_blank">Co-Abhängigen</a> einer früher stets tötlichen, heute &#8211; dank Wissenschaft und nicht dank ihres Gottes! &#8211; chronischen, dennoch schrecklichen Krankheit, die in Schach zu halten wäre, wenn es nicht gelte, die Armen arm und die Christen christlich zu halten. Der sich nächstliebend aufopfernde Christ, der die Kranken pflegt, lebt nach dem indulgentischen Motto: <em>Sobald die Hand den Schweiss abtupft, die Seele in den Himmel hupft.</em> Die Chance, AIDS einzudämmen und schließlich zu beseitigen, ist so eine dreifache Gefahr für das Christenvolk: Afrika könnte sich vielleicht wirtschaftlich erholen, wenn nicht so viele Menschen stürben. Das Wort &#8220;Sünde&#8221; könnte seinen Schrecken verlieren, wenn das Ficken jenseits der christlichen Moraldoktrin nicht mehr so gefährlich wäre und die Kranken, dieses Idol der Nächstenliebe, kämen ihnen ohnedies abhanden.</p>
<p>Es ist ganz klar: Die Chance, die Erde durch Wissenschaft und Vernunft in ein Paradies zu verwandeln, ist die größte Gefahr, dem sich das Christentum gegenüber sieht. Der Weg zum Paradies muss versperrt bleiben, notfalls nehmen die Christen das Schwert des Cherub selbst in die Hand. Dass der berühmte Apfel vom Baum der <em>Erkenntnis</em> stammte, ist nicht ein wunderlicher Effekt der Übersetzung, sondern die Nabelschau der christlichen Ideologie höchstselbst: Es soll ein Paradies sein, aber es muss das christliche sein, zu dem man nur durch indulgentisch-peccatischen Mindfuck und zwar erst im Jenseits gelangen darf. Die immanent-materialistische Aussicht auf ein Paradies dagegen ist die Idee des Antichristen.</p>
<p>Nichts an der christlichen Nächstenliebe ist ethisch. Sie hält Menschen arm, psychisch labil und feiert ihre Krankheit. Alles für den zusammengewursteten Selbstaufopferungsporno, um den das Christentum seine Existenz aufbaut. Nichts daran ist wahr. Nichts darin bedeutet eine Liebe zum nächsten Menschen. Wenn es in dieser Liebe ein Nächstes gibt, dann ist es das nächste Leben, in dem die Christen endlich ihre verdiente Belohnung ihres Herrn entgegen nehmen können. Das Christentum ist die schizophrene Ausgeburt des tiefsten Egoismus, die sich von offener Barbarei nur durch ihren mühsamen Zynismus unterscheidet.</p>
<p>Die einzige Ethik, die angesichts des Leidens, das die Religion über die Welt bringt, ihren Kredit trotz allem noch nicht völlig verspielt hat, ist die Ethik der Vernunft: <em>Wüssten wir, dass Gott sei, wüssten wir, was sein Wille sei, wüssten wir, dass wir in die ewige Verdammnis stürzten, wenn wir nicht gehorchten und könnten wir seinen Willen erfüllen, fänden aber in uns, dass sein Wille gegen unsere redliche Vernunft und gegen die Menschheit im Ganzen und in jedem Einzelnen sei, so dürften wir doch nicht gehorchen.</em> Die wahre Ethik ist vollkommen apostatisch und nimmt die Hölle in Kauf.</p>
<p>Was die Christen angeht, wird aber klar: Eine echte Ethik haben diese nicht. Alles, was sie Liebe nennen, ist nichts weiter als der giftige Schleim ihrer Todesangst, der sie nichts anderes mehr entgegenzusetzen haben, als das erbärmliche Gewinsel: <em>Bitte bitte, lieber Gott, bitte bitte, hab doch Gnade, ich war doch immer brav!</em></p></blockquote>
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		<title>Phaidros schreibt&#8230;</title>
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		<pubDate>Sun, 17 May 2009 13:29:18 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Phaidros</dc:creator>
				<category><![CDATA[Politik]]></category>
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		<category><![CDATA[Zensur]]></category>

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		<description><![CDATA[... und zwar wieder mal einen Leserbrief. Diesmal an di [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>&#8230; und zwar wieder mal einen Leserbrief. Diesmal an die Frankfurter Rundschau. Und da er viel zu lang ist, als dass er komplett abgedruckt werden würde, dokumentiere ich ihn hier:</p>
<blockquote><p>92% der Deutschen sind für Internet-Sperren (Deutsche Kinderhilfe), nur 20% können die Sperren umgehen und sind teils schwerst Pädokriminelle (von der Leyen), befürworten Kinderpornographie (Guttenberg) oder behaupten, es gäbe es Grundrecht auf Kinderpornos (Schäuble). Die Sache ist also anscheinend klar: Es gibt 92% vernünftige Deutsche, die Kinder schützen wollen und 8% &#8220;Pädokriminelle&#8221;, die mit fadenscheinigen juristischen Argumente versuchen, sich hinter dem Grundgesetz zu verstecken. Insbesondere die über 80.000 Unterzeichner der Petition gegen das Zensurgesetz, zu denen auch der Autor dieses Briefes gehört, müssen folglich schreckliche Gesellen sein, denen unsere Kinder völlig egal sind.</p>
<p>Glücklich, wer so ein einfaches Weltbild hat und sich nicht die Mühe zu machen braucht, Argumente kritisch abzuwägen: Man könnte zu der Auffassung kommen, dass die Familienministerin wider besseren Wissens lügt, wenn sie Ermittlungen gegen 12000 Bürger (&#8220;Aktion Himmel&#8221;, 2007) als großen Erfolg verkauft und gleichzeitig verschweigt, dass praktisch alle Ermittlungsverfahren schon nach kurzer Zeit wieder eingestellt wurden &#8211; es fehlte schlicht am Anfangsverdacht. Man könnte auch zu der Auffassung kommen, dass die deutsche Kinderhilfe eine seriöse Vereinigung ist, die in der Vergangenheit nicht in Skandale verwickelt war und heute schamlose Demagogie betreibt. Man könnte auch leicht übersehen, dass zwischen Wirtschaftsminister, Familienministerin und der Frau des Wirtschaftsministers ein dubioses Netzwerk gespannt ist, in dem sich gegenseitig das Wort zum Thema &#8220;Kinderschutz&#8221; erteilt wird. Man könnte auch ignorieren, dass das LG Hamburg zu der Auffassung gelangt ist, dass DNS-Sperren, wie sie geplant sind, selbst von Laien in wenigen Minuten zu umgehen sind oder dass den Beteuerungen, es ginge nur um die Sperrung von Kinderpornographie bereits Begehrlichkeiten der hessischen Landesregierung gefolgt sind, die Technik auch zur Sperrung von Glücksspielseiten einzusetzen &#8211; weitere Sperrbegehrlichkeiten wohl bald folgend. Glücklich, wer ohne rot zu werden, denken kann, das Zensurverbot des Grundgesetzes müsse nicht wenigstens erwogen werden, sobald es um Kinder geht.</p>
<p>Ich bin dagegen ein Unglücklicher und sehe die Lügen unserer Familienministerin, der es, so vehement wie sie nach Meinung praktisch aller Experten wirkungslose Maßnahmen fordert, anscheinend eher um den Wahlkampf, denn um Kinder geht. Ich sehe auch die religiöse Grundierung ihrer Politik und ich ärgere mich über die Verunglimpfung, indirekt auch meiner Person, durch den Wirtschaftsminister.</p>
<p>Dabei bin ich gar nicht für Kinderpornographie! Wer, der noch bei Verstand ist, wäre das? Natürlich will ich nicht, dass Kinder missbraucht werden. Natürlich will ich nicht, dass die Dokumentation ihres Leidens im Internet auftaucht. Ich bin aber auch gegen populistische Showveranstaltungen, die nichts bewirken, aber einen großen Schaden anrichten. Ich bin dagegen, das Schicksal missbrauchter Kinder für die eigene Politik auszuschlachten. Ich bin aber sehr wohl dafür, Webseiten mit Kinderpornos zu löschen: Studien aus anderen europäischen Ländern zeigen, dass diese Server für unsere Strafverfolgungsbehörden erreichbar sind und höchst erfolgreiche Versuche von einzelnen Vereinen, entsprechende Webseiten einfach durch den Provider löschen zu lassen, dokumentieren, dass mit einem(!) Mitarbeiter im Familienministerium für Kinder mehr getan wäre, als mit einem Grundrechtseingriff zweifelhaften Nutzens.</p>
<p>All das ist der Familienministerin wahrscheinlich bekannt: Auch ihr Ministerium beschäftigt entsprechende Experten und man darf davon ausgehen, dass diese ihre Arbeit gemacht haben. Die einzig denkbare Lösung dieses Widerspruchs ist, dass Frau von der Leyen lügt. Ihr geht es nicht um den Schutz von Kindern, sondern um den Wahlkampf. Ich wünsche mir, dass die Presse und SPD endlich aufwachen und das einzig vernünftige fordern, um Kinder im Internet zu schützen: Löschen, nicht sperren!</p></blockquote>
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		<title>17 Tage Wahnsinn</title>
		<link>http://blog.denker.net/2009/03/27/17-tage-wahnsinn/</link>
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		<pubDate>Fri, 27 Mar 2009 15:13:31 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Phaidros</dc:creator>
				<category><![CDATA[Homosexualität]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>
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		<description><![CDATA["Kai, Dein Hass auf Religion ist irrational!" - Nö, is [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>&#8220;Kai, Dein Hass auf Religion ist irrational!&#8221; &#8211; Nö, ist er nicht. &#8220;Irrational&#8221; wäre er, wenn er unbegründet wäre, aber zur Begründung reichen 17 Tage schwuler Boulevard-Journalismus locker aus. Es ist ganz klar: Religion, jeder Art, ist schlecht, böse und verdirbt die Menschen. Es gibt nichts gefährlicheres für Vernunft, Rechtsstaat und Menschenrechte als die Religion. Und es gibt ebensowenig anständige Gläubige wie es anständige Antisemiten gibt:</p>
<blockquote><p>Manche rechtfertigten die Umpolungsversuche mit dem christlichen Glauben: &#8220;Wenn jemand einen starken Glauben hat, hat er Angst, er könnte Gott verlieren und das Leben sei wertlos, wenn er sich nicht ändert&#8221;, sagte ein Befragter. <a href="http://www.queer.de/detail.php?article_id=10188" target="_blank">[1]</a></p>
<p>Die serbisch-orthodoxe Kirche hat lautstark gegen das Gesetz protestiert. Sie verlangte, dass das Merkmal sexuelle Orientierung entfernt und der Schutz von Christen gestärkt werden müsse. <a href="http://www.queer.de/detail.php?article_id=10190" target="_blank">[2] </a></p>
<p>Der Veranstalter des Kongresses, die Akademie für Psychotherapie und Seelsorge e.V. in Frankenberg, ist dafür bekannt, antihomosexuelle Angebote zu unterstützen. Die Referenten kommen aus der evangelikalen Glaubensrichtung von so genannten Ex-Gay-Gruppen. Diese sehen Homosexualität als Defekt an, der &#8220;geheilt&#8221; werden müsse. <a href="http://www.queer.de/detail.php?article_id=10187" target="_blank">[3] </a></p>
<p>Dieser hatte sich in der Vergangenheit wiederholt für ein Homo-Verbot ausgesprochen und das Anliegen auch mit seinem Glauben begründet; Nkurunziza bezeichnet sich als &#8220;wiedergeborenen Christen&#8221;. <a href="http://www.queer.de/detail.php?article_id=10109" target="_blank">[4]</a></p>
<p>Nigeria unternimmt einen neuen Anlauf, das Homo-Verbot zu verschärfen – auch schwulen ausländischen Geschäftsleuten würde dann Haft drohen, selbst wenn sie im Land keine sexuellen Kontakte haben – die anglikanische Kirche erklärte, mit dem Verbot könne der &#8220;soziale Holocaust&#8221; verhindert werden. <a href="http://www.queer.de/detail.php?article_id=10130" target="_blank">[5] </a></p>
<p>Der muslimische Extremist Anjem Choudary hat bei einer Pressekonferenz in London die Steinigung von Homosexuellen gefordert. <a href="http://www.queer.de/detail.php?article_id=10164" target="_blank">[6] </a></p>
<p>Der lettische Kardinal Janis Pujats hat Ungläubige und wenig interessierte Christen für die Verbreitung von Homosexualität verantwortlich. Die Kirche müsse aber die Wahrheit über Schwule sagen, die genauso lasterhaft seien wie Drogenabhängige, Alkoholiker und Raucher. Gewalt gegen Homosexuelle sei daher verständlich. <a href="http://www.queer.de/detail.php?article_id=10174" target="_blank">[7]</a></p>
<p>Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat bei einer Rede vor der Katholischen Akademie in Berlin klargestellt, dass die verschiedengeschlechtliche Ehe in Deutschland besonderen Schutz genieße und gegenüber anderen Lebensgemeinschaften bevorzugt werden müsse[.] <a href="http://www.queer.de/detail.php?article_id=10175" target="_blank">[8]</a></p></blockquote>
<p>Tja, wer soll da nicht zu dem Ergebnis kommen, Christen und anderes religiösen Gesindel sei nicht ein großer Haufen Arschlöcher? Ach, halt? Das ist ja nur das Führungspersonal? Schön, wenn Ihr tollen Christen so anständig seid, ja dann macht doch mal einen Aufstand der Anständigen! Wo ist der denn? Na? Wo ist die tätige Reue? Siehste. Alle in einen Sack stecken und draufschlagen &#8211; man trifft immer den richtigen!</p>
<p>Und jetzt noch eine Hasspredigt eines biederen Hetzers von ganz unten:<br />
<object width="425" height="344" data="http://www.youtube.com/v/3dLwm7RfZ2E&amp;hl=de&amp;fs=1" type="application/x-shockwave-flash"><param name="allowFullScreen" value="true" /><param name="allowscriptaccess" value="always" /><param name="src" value="http://www.youtube.com/v/3dLwm7RfZ2E&amp;hl=de&amp;fs=1" /><param name="allowfullscreen" value="true" /></object></p>
<p>Man beachte die <a href="http://www.youtube.com/watch?v=3dLwm7RfZ2E" target="_blank">Tags</a> auf der entsprechenden Youtube-Seite: &#8220;Christenverfolgung&#8221;! Man muss schon geistig ganz besonders tief gesunken sein, um sich einzubilden, die &#8220;professionellen Homosexuellen&#8221; würden eine neue Christenverfolgung anzetteln wollen, wenn sie ihre Menschenrechte einfordern. Mit der gleichen Logik könnte man auch sagen, dass die Juden das Deutsche Volk vernichten wollten.</p>
<p>Menschenrechte sind keine Frage der Religionsfreiheit und wenn Religion und Menschenrechte sich ausschließen, was hier an vielen Beispielen erwiesen sein mag, nun, dann ist Religion eben ein Verbrechen. Das Böse ist überall und es lebt in der Religion.</p>
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		<title>Die liberale Geste (oder: Die Vernunft in der Latrine)</title>
		<link>http://blog.denker.net/2008/03/29/die-liberale-geste-oder-die-vernunft-in-der-latrine/</link>
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		<pubDate>Sat, 29 Mar 2008 18:48:33 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Kai Denker</dc:creator>
				<category><![CDATA[Liberalismus]]></category>
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		<description><![CDATA[Ich gebe es zu: Ich lese zeitweise Blogs, für die man  [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ich gebe es zu: Ich lese zeitweise Blogs, für die man mich zu recht schräg anschauen sollte. Ich lese sie aber nicht, weil ich etwa deren Meinung bin und ich lese sie auch nicht aus irgendeiner &#8220;Ich muss sie mit Argumenten bekämpfen!&#8221;-Geste heraus, sondern nur damit ich abschätzen kann, wie es um meinen eigenen Geisteszustand steht. Ich habe schon mehrfach in diesem Blog angedeutet, dass ich mich selbst für einen Liberalen halte und dass ich nichtsdestotrotz oder gerade deshalb die sog. liberalen Parteien unseres Landes für peinliche Veranstaltungen halte. Diese Blogs helfen mir dabei, ein Liberaler zu bleiben, ohne mir dabei anzueignen, was ich die liberale Geste nenne.</p>
<p>Die liberale Geste hat etwa folgende allgemeine Form:</p>
<blockquote><p>Ich bin ja liberal, aber das ist so $BELIEBIGES_ATTRIBUT, dass hier mit der Freiheit auch mal Schluss sein muss.</p></blockquote>
<p>Für $BELIEBIGES_ATTRIBUT kann man dabei tatsächlich fast alles einsetzen. Vorzugsweise nimmt man, da man als Liberaler permanent in der Furcht vor dem eigenen Relativismus lebt, ein der Wortfamilie der Moral entlehntes Attribut und bezichtigt andere gerne, dies aber aufgrund des Liberalismus doch stets implizit, irgendwelche Grenzen überschritten zu haben, die man &#8211; trotz der Freiheit, sie zu überschreiten! &#8211; nicht hätte überschreiten dürfen.</p>
<p>Dass eine solche Geste dabei nicht wahrhaft liberal ist, sondern die eigene nur mühsam sublimierte Kleinbürgerlichkeit in erbärmlichster Art und Weise wieder an die Oberfläche zerrt, liegt auf der Hand. Sie ist dabei nicht etwa zynisch oder ironisch. Die Geste der liberalen Ironikerin etwa ist etwas ganz anderes. Hier geht es wirklich nur um das Herausbrechen der eigenen Spießigkeit, die den Anderen das Furzen nur genau so lange erlauben möchte, wie es nach Lavendel oder wenigstens nicht anders als man selber duftet. Die liberale Geste ist also die Geste eines kleinen Diktators, der den Ruf nach der Freiheit sich selbst zum Diskursinstrument gemacht hat und Grenzen immer genau dann sieht und zieht, wenn andere die Frechheit besitzen, von der Freiheit, die man selbst ja noch für alle gefordert hatte, um das eigene Vermögen straflos zu vaduzen, auch noch Gebrauch zu machen und &#8211; was noch viel schlimmer ist: es mit einer Manier zu tun, die nicht wenigstens den Tabubruch gegenüber dem liberalen Gestiker bedauert und diesen Skandal dann nicht einmal mit dem zynischen Grinsen eines &#8220;Schau mal, was ich tue!&#8221; krönt, sondern es einfach tut.</p>
<p>Der Liberalismus dieser liberalen Gestiker reicht grob geschätzt vom eigenen Gartenzaun bis zum Bankkonto. Alles jenseits des Zauns soll bitte stinken wie sie, plappern wie sie, arbeiten wie sie und ja nicht die Chuzpe haben, die Freiheit, die der liberale Gestiker für den eigenen Vorgarten erkämpft, auch noch für das eigene Schlafzimmer oder die eigene Schreibmaschine in Anspruch zu nehmen.</p>
<p>Gerade ist mir wieder eine besonders peinliche Fassung der liberalen Geste durch den News-Reader gelaufen; denn da sich mein <a href="http://www.the-distraught-queen.de/2008/01/24/roland-und-der-homo-kult/" target="_blank">alter</a> Freund Damien <a href="http://gaywest.wordpress.com/2008/03/29/jedem-das-seine-folter-und-ihre-liebhaber/" target="_blank">über italienische Folterskandale</a> zu schreiben bemüht, schenkt er uns zusätzlich noch ein wenig seiner liberalen Sexualmoral (<em>Link im Original</em>):</p>
<blockquote><p>Übrigens habe ich einen Vorschlag für die Menschen, <a href="http://gay-bondage-forum.de/modules.php?name=Sections&amp;op=printpage&amp;artid=89" title="Link im Original" target="_blank">die sich von Folter sexuell erregt fühlen</a>. Warum lassen sie sich nicht statt der unfreiwilligen Opfer mißhandeln? Davon würden schließlich alle Beteiligten profitieren: Die Demonstranten kämen in Zukunft ungeschoren davon, Beamte und Folterwillige hätten ihren ultimativen Kick.</p></blockquote>
<p>Und für die, denen das noch nicht genug ist, habe ich noch einen weiteren Ausbruch des lieben Damien, der uns an der <a href="http://gaywest.wordpress.com/2008/03/27/feminismus-zum-kotzen/" target="_blank">kunstkritischen Seite seines Liberalismus</a> teilhaben lässt. Wenn ihm solche Bücher nicht gefallen, warum liest er sie dann? Überflüssig sind sie nicht, solange sie gekauft werden. So eine Position wäre vielleicht ein wenig liberaler&#8230;</p>
<p><em>PS: In der Vergangenheit neigte Damien dazu, besonders übel geschriebene Artikel nachträglich zu entschärfen. Ich finde das eigentlich schade. Ich stehe doch auch zu dem Blödsinn, den ich so verzapfe&#8230; aber dazu bin ich vielleicht einfach nicht liberal genug&#8230; </em></p>
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