Blogkonzept

Geben wir es zu: Dieses Blog funktioniert im Augenblick nicht richtig. Ich wollte vor einigen Jahren Kommentare zur lsbti-Politik abgeben – nur leider wurde das zu schnell langweilig. Ich habe dann dieses Blog allgemeiner als Leinwand für Textschnipsel und kurze Gedanken verwendet. Dabei habe ich aber Dinge, die im Rahmen meines Studiums (und jetzt meiner Arbeit) interessant wurden, oft ausgespart. Da nun diese Arbeit den größten Teil meiner Zeit einnimmt, habe ich immer weniger in meinem Blog geschrieben.

Es muss also ein neues Konzept her: Dieses Blog wird seriöser, wissenschafts-affiner und persönlicher – nicht von heute auf morgen, aber mit der Zeit. Ein erster Schritt wird sein, diesem Blog einen neuen Namen zu geben, der etwas… seriöser ist ;-)

Das Ergebnis wird (hoffentlich) sein, dass er mehr, nicht weniger Texte hier gibt.

Putting Faith in its Place

PS: …so viel zu tun, so wenig Zeit…

Neues von Ursula

Dieses Blog ist ja für seinen heißen Draht zur Ex-Familienministerin Ursula von der Leyen bekannt und kann auch angesichts ihres bestehenden Ressortwechsels exklusiv und vorab auf ihr erstes öffentliches Statement nach der Amtseinführung zugreifen:

[...] Es gibt so viele schöne Seiten auf dem Arbeitsmarkt. Man kann viel lernen und erleben und auch gerade junge Menschen profitieren von den vielen Möglichkeiten sich auszutauschen, Geld zu verdienen und eine Familie zu gründen.

Der Arbeitsmarkt hat aber auch dunkle Seiten. Und wenn ich davon spreche, dann meine ich Arbeitslosigkeit. Meine Damen und Herren, es ist das pure Grauen! Da gibt es Menschen, die morgens im Bett bleiben, weil sie nicht arbeiten gehen. Da können wir nicht mehr länger wegschauen. Ich rede hier von arbeitslosen Erwachsenen! Die sind arbeitslos! Vor laufender Kamera teilweise arbeitslos! Und die verbreiten dann ihre Arbeitslosigkeit auf ihre Kinder oder ihre Freunde. Ganze Stadtteile werden von diesen Arbeitslosen in Beschlag genommen!

Soll man einfach daneben stehen und zusehen? Himmel nochmal, Nein! Da muss etwas getan werden!

Meine Damen und Herren, ich habe in den letzten Wochen viele Gespräche geführt. Da sagte man mir: Das geht nicht, das kann man nicht ändern, das funktioniert so nicht. Aber ich habe mir meine eigenen Experten gesucht und die haben mir gesagt, dass das sehr wohl möglich ist und ich lasse da auch nicht mit mir reden.

Wir werden ein neues Gesetz machen. Ein Gesetz zur Erschwerung der Arbeitslosigkeit. Wir werden vor den Arbeitsagenturen, den Trinkhallen und allen kostengünstigen Kultur- und Freizeitangeboten, die unter der Woche geöffnet haben, Schilder aufstellen, die zeigen, wie sehr wir das missbilligen. Wir sagen Stopp zur Arbeitslosigkeit. Wir sperren diese Orte jetzt für den Zugriff durch Arbeitslose.

Jetzt kamen die Kritiker an – und sie sind ja auch heute wieder da – und sagen: Diese Sperren lassen sich ja umgehen. Aber ich sage Ihnen jetzt: Man muss schon ein sehr versierter Arbeitsloser sein, um diese Sperren zu umgehen. Man muss sich schon sehr genau auskennen. Und jetzt kann sich jeder einmal selbst fragen: Wen kenne ich, der so versiert ist, dass er solche Sperren umgehen kann? – Da sieht man, dass das nicht jeder ist, aber diese Leute sind es. Sie sind nach Jahren der Arbeitslosigkeit geschult in diesem widerwärtigen Geschäft. Und diese, die die Sperren umgehen können, sind teils schwerst arbeitslosenkriminell.

Natürlich kann man mit solchen Sperren nicht jeden Arbeitslosen von seinem schmutzigen Treiben abhalten, aber wir müssen ein klares Zeichen setzen, dass wir Arbeitslosigkeit nicht mehr länger tolerieren. Und wir wollen die Gelegenheitsarbeitslosen davon abhalten, diese Angebote in Anspruch zu nehmen.

Ich bin mir sicher, wenn wir ein klares Zeichen setzen, werden weniger Menschen zur Arbeitslosigkeit verführt werden. Die Sperren von Arbeitslosigkeit ist nun wirklich das wichtigste in vielerlei Hinsicht und ich wäre sehr betroffen, wenn pauschal der Eindruck entstehen sollte, dass einige Bürger gegen die Sperre von Arbeitslosigkeit wären. [...]

Kommunikation, gescheitert

Chat-Log: (Kontext: E ist eine Impfgegnerin.)

<Phaidros> seufz
<Phaidros> @gmx.net != @gmx.de
<Phaidros> und wieder einige E-Mails nicht bekommen, weil einige Schwachmaten gedacht haben, sie wären klug
<E> Phaidros: DU bist der beste, DER alleswissende und Überhaupt!
<B> Phaidros: ich glaub eigenmaechtig domains zu aendern ist nie klug ;)
<Phaidros> B: ja, aber das verstehen historiker nicht.
<Phaidros> B: wenn die was in der Birne hätten, würden die ja nicht nen Master in “Geschichte, Umwelt, Stadt” machen
<Phaidros> E: allwissend genug, um mich impfen zu lassen und nicht einfach so Zeichenketten zu verändern, die von einer dummen Maschine verarbeitet werden :P
<B> wieso impfen?
<E> B: gegen schweinegrippe
<Phaidros> gegen überhaupt
<E> schade kann man noch nciht gegen dummheit impfen, sonst wäre Phaidros der erste ders machen würde
<Phaidros> ja, ich will ja nicht so enden wie Du :P
<E> Phaidros: du bist ein arschloch, ein dummschwätzer, und ein idiot!!
<E> Phaidros: und DU WEISST GAR NICHT WAS DU SAGST!!!!!

Bin ich böse, fiese und gemein? JA! :)

Forderungskatalog für bessere Bildung

In Deutschland und Österreich wird an den Universitäten gestreikt und besetzt, was das Zeug hält. Es werden Forderungskataloge aufgestellt, diskutiert, Transpis gemalt, Demonstrationen organisiert und Plena veranstaltet. Da ich für sowas zu alt bin, aber dennoch eine Meinung dazu habe, stinke ich natürlich mit meinem eigenen Forderungskatalog mit:

1.) Bafög: Die Bezugsdauer des Bafög muss um mindestens zwei Semester erhöht werden. Die Annahme, Studierende könnten die vollen Pläne der Bachelor- und Master-Studiengänge in der Regelstudienzeit bewältigen, ist illusorisch. Fällt aber am Ende des Regelstudienzeit das Bafög weg, geraten Studierende erst recht unter Druck. Daher soll es nicht nur für die Regelstudienzeit, sondern, unbeschadet weiterer Verlängerungstatbestände, pauschal zwei Semester über die Regelstudienzeit hinaus gewährt werden.

2.) Bachelor- und Master-Studiengänge: Bei der Umstellung der alten Studiengänge auf das Bologna-System wurden die Lehrpläne meistens nicht verändert, sondern die bestehenden Lehrinhalte wurden modularisiert und auf die gewünschte Semesterzahl gestaucht. Die Folge sind übervolle Lehrpläne, die nicht bewältigt werden können und die Studierfreiheit, d.h. die freie Wahl von Inhalten und Veranstaltungen, wurde stark eingeschränkt. Ich fordere umgehend Kommission zur Neuerarbeitung von Studiengängen zu besetzen, die zur Hälfte aus Studierenden höherer Fachsemester bestehen, die also bereits einen gewissen Überblick über ihr Fach erlangt haben. Die Studiengänge sollen die jeweiligen Fächer inhaltlich angemessen breit repräsentieren, die Studierfreiheit wiederherstellen und die Studierbarkeit sichern.

3.) Infrastruktur: Die Universitäten leiden unter einer absurden Raumnot. An einigen Universitäten konnten Mitarbeitern daher schon keine arbeitsrechtlich zulässigen Arbeitsplätze eingerichtet werden. Den Studierenden stehen de facto keine Arbeitsräume zur Verfügung. Die zur Verfügung stehenden Lernzentren sind in der Regel deutlich zu klein und gestatten keine Gruppenarbeit. Oder aber sie gestatten nur die Nutzung durch eine Gruppe zur gleichen Zeit. Die in Bibliotheken verfügbaren Arbeitsplätze sind ebenfalls in der Regel äußerst knapp bemessen. Die Raumnot an den Universitäten muss umfassend und nachhaltig beseitigt werden. Es müssen zahlreiche neue Arbeitsmöglichkeiten für Studierende – Einzel- und Gruppenarbeitsplätze – geschaffen werden. Es reicht nicht aus, einzelne zusätzliche Räume für die Studierenden zu öffnen, sondern die Universitäten müssen zu offenen Gebäuden werden, in denen sich Studierende gerne den ganzen Tag aufhalten, um mit einander oder alleine zu arbeiten, Projekte anzustoßen oder sich auf Prüfungen vorzubereiten. Es soll den Studierenden möglich werden, zumindest im Prinzip alle studiumsbezogenen Tätigkeiten auf dem Campus durchzuführen. Hierzu benötigen die einzelnen Institute nicht nur deutlich mehr Räume, sondern es sind auch neue Raumnutzungskonzepte erforderlich, die die dynamische und bedarfsabhängige Nutzung der Universität ermöglichen.

Blog-Layout und Slogan

Auf vielfachen Wunsch einer Person habe ich nun das Layout dieses Blogs geändert. Die Lesbarkeit zitierter Texte sollte nun auch auf kleinen Displays besser sein und ich habe die Zensursula rausgeworfen ;-)

Übrigens habe ich den Slogan des Blogs etwas stärker der Realität angepasst. :)

Phaidros chattet…

In der Reihe “Ich sehe dumme Menschen! Sie sind überall! Sie wissen nicht, dass sie dumm sind!” präsentiere ich heute:

1. MrX  27. Oct. 2009 – 21:29
tja – wurd wohl doch nix mit piratenpartei … ;)

2. Phaidros 27. Oct. 2009 – 21:30
Dir ist schon bekannt, welches Ergebnis die Grünen bei ihrem ersten Versuch hatten, oder?

3. MrX 27. Oct. 2009 – 21:33
naja – ich bin recht froh über schwarz-gelb … :)

4. Phaidros 27. Oct. 2009 – 21:34
Wer froh über Schwarz-Gelb ist, ist entweder reich oder dumm.

5. MrX 27. Oct. 2009 – 21:38
naja – weder noch … :)
aber ich find´s traurig, dass man andere menschen als dumm bezeichnet, bloß weil sie andere interessen und meinungen haben.

6. Phaidros 27. Oct. 2009 – 21:39
qed

7. MrX 27. Oct. 2009 – 21:41
naja – wie dem auch sei. :)

8. Phaidros 27. Oct. 2009 – 21:42
Falls Dir aus meinem Profil noch nicht hinreichend klar wurde: Ich habe kein Interesse an Dummen.

9. MrX  27. Oct. 2009 – 21:45
oh – schade. wollt dich grad fragen ob wir vögeln wollen, weil du ja mein ultimativer traummann bist. what a shame. :)

10. Phaidros 27. Oct. 2009 – 21:46
jetzt hast Du’s mir aber gegeben!

11. MrX  27. Oct. 2009 – 21:48
tagesziel “ein menschenleben zerstören”: erfolgreich!
so – jetzt kümmer ich mich darum irgendeine geschlechtskrankheit zu bekommen … was meinst du: aids? ist das noch in? o.O

12. Phaidros 27. Oct. 2009 – 21:50
Du, es ist wirklich nicht notwendig, dass Du mein Bild von Dir noch weiter bestätigst. Ich halte Dich schon für dumm.

13. MrX 27. Oct. 2009 – 21:52
naja – zumin bin ich hübsch! :) und hab genug geld um mir ne schwarz-gelbe koalition zu leisten. :)
naja gut, aber ich bin ja auch münchner. war ja dann nicht anders zu erwarten: hübsch, klug, reich und sexy.

14. Phaidros 27. Oct. 2009 – 21:54
Manche lernen es einfach nicht. Du brauchst jetzt nicht nochmal zu antworten. Der Chat ist schon lustig genug, um darüber zu bloggen und alles weitere wäre nur eine Wiederholung.

Immer dieser Stress

Ich habe meine Diplomarbeit überlebt! \o/

Das war auch der Grund, warum ich die letzten Wochen hier so still war: Ich hockte schlicht in der Uni, bastelte an einem FPGA herum und versuchte mein überlanges Informatik-Studium nun auch noch zum Abschluss zu bringen.

Das ist nun geschafft und eigentlich warte ich nur noch auf das Zeugnis… :)

Außenminister Westerwelle? Ja, bitte!

Natürlich sollte ein Außenminister manierliche Englischkenntnisse haben und natürlich sollte ein Außenminister etwas seriöser sein als Guido Westerwelle und natürlich sollte man, sofern man nicht völlig den Verstand verloren hat, die FDP nicht wählen.

Aber jetzt, wo wir in der Scheisse sitzen, sollten wir doch Guido Westerwelle in seinem möglicherweise vorhandenen Bestreben, Außenminister zu werden, unterstützen. Dies hat mehrere Gründe:

  1. In diesem Amt kann er weniger Schaden für unseren Staat anrichten als in einem Finanz-Wirtschafts-Superministerium. Die Außenpolitik wird tatsächlich in großen Linien von der Kanzlerin bestimmt und es gilt: Westerwelle braucht Kontrolle – und da ist Merkel besser als gar niemand.
  2. Schon Joschka Fischer hat bewiesen, dass man ohne formale Qualifikation ein guter Außenminister werden kann. Ich finde, man sollte nun endlich den Versuch wagen, ob man dies auch ohne materiale Qualifikation hinbekommt und ich denke, wir können sicher sein, dass Westerwelle jetzt weniger in Talk-Shows und mehr hinter Englisch-Lehrbüchern sitzen wird.
  3. Aber der wohl wichtigste Grund ist dieser:

Eine Rolle bei den Vorschlägen spielt möglicherweise auch, dass man in Wirtschaftskreisen hinter vorgehaltener Hand fürchtet, offen zur Schau getragene Homosexualität eines deutschen Außenministers könne vor allem im arabischen Raum dazu führen, dass lukrative Geschäfte im Zweifelsfall eher nicht an deutsche Firmen vergeben werden.

Wenn es tatsächlich, was nicht unwahrscheinlich ist, ein Problem für unsere Wirtschaftsbosse darstellt, dass ein Außenminister mit seinem Mann anreist und daheim im Büro vielleicht mit dem Referenten, statt der Referentin, knutscht, dann verdient dieser Außenministerkandidat jede Unterstützung, die man eben als schwuler Mann verdient, der ob seiner Sexualität vom Zugang zu einem Posten ausgeschlossen werden soll. Gerade dann soll dieser schwule Außenminister ein Stachel im Fleisch derer sein, denen Menschen- und Bürgerrechte höchstens sonntags wichtig sind und die fleissig mit den widerlichsten Menschenschlächtern Geschäfte machen wollen. Wenn die Menschenrechte einem Geschäft im Wege stehen, dann muss eben das Geschäft scheitern. Dass Homosexualität, die ein Menschenrecht ist, Geschäften mit homophobern Mördern, Hetzern, Hasspredigern, Terrorfinanzierern, Despoten, Diktatoren, Monarchen und ähnlichem Gesindel im Wege stehen soll, sagt viel über dieses und noch mehr über jene aus, die sich dann nicht über das Gesindel, sondern über das Privatleben eines Ministers sorgen. Das sind diejenige, die auch Lager betreiben, wenn es der Bilanz dient.

FDP wird sich nun öffnen

Ab sofort wird, vermute ich, die Ampel kein absolutes No-Go für die FDP mehr sein. Sie ist für ihre sture Abwehrhaltung belohnt worden und kann nun endlich mit der CDU/CSU im Bund das Land an die Wand fahren.

Machttaktisch muss die FDP nun aber ihre enge Bindung an die CDU/CSU lösen: In dieser Wahl konnte die frustrierte Unions-Anhänger auflesen und so das beste Ergebnis ihrer Geschichte einfahren, gleichwohl muss sie diese feste Bindung lockern, um sich nicht dauerhaft politisch an die CDU/CSU zu fesseln und einen eigenen Kurs verfolgen zu können. Der CDU/CSU muss die FDP zeigen, dass sie nicht einfach nur ihre Machtbeschafferin ist, sondern dass sie ein eigenes Profil hat. Nur so wird die FDP ihre Wähler mit einem eigenen Profil halten können, andernfalls wird sie nur die “bessere Union” und ist damit den programmatischen Auswüchsen der Union ausgeliefert.

Ich vermute, dass wir dies schon bald beobachten können: Anders als die FDP, die sich auf die Union festgelegt hat, hat die CDU/CSU eine zweite Machtoption, die sie gegen allzu große Ansprüche der FDP ins Feld führen kann. Frau Merkel wird dies tun und so dürfen wir wohl damit rechnen, dass die FDP zahlreichen Vorhaben zum Abbau von Bürger- und Freiheitsrechten zustimmen wird. Wer nur auf die Macht schielt, kann nicht verhindern, dass er inhaltlich baden geht. Ich fürchte, der FDP steht genau dies bevor…